Presse:Der IEU-Modernisierungskompass

Der IEU-Modernisierungskompass

Management Summary

  • Der IEU-Modernisierungskompass ist ein Wegweiser zur energetischen Sanierung. Der Effizienzindex ermöglicht zum ersten Mal einen direkten Vergleich zwischen Heizungsmodernisierungen und baulichen Sanierungsmaßnahmen nach novellierter Energieeinsparverordnung (EnEV 2009).
  • Der IEU-Modernisierungskompass ermittelt, wie viel Geld Hausbesitzer für die Einsparung eines Kilogramms CO2 pro Jahr in die verschiedenen Sanierungsmaßnahmen für Wohngebäude investieren müssen.
  • Wer energetisch sanieren will, kann mit dem IEU-Modernisierungskompass konkret nachrechnen, wie der Energieverbrauch reduziert werden kann und ab wann sich eine Investition bezahlt macht.
  • Die Studie kommt zu folgenden Ergebnissen:
    • Kesseltausch geht vor Dämmung: Der Austausch von Heizanlagen ist effizienter als die Erneuerung der Wärmedämmung – sowohl unter Investitionsgesichtspunkten als auch mit Blick auf das CO2-Einsparpotenzial.
    • Anlagentausch macht sich schnell bezahlt: Während sich reine Dämmmaßnahmen erst nach sehr langer Amortisationszeit rechnen – bis zu 40 Jahre und mehr sind nicht ungewöhnlich – kann man durch Heizungserneuerung die Investitionen sehr schnell ausgleichen. Tauscht man beispielsweise einen Erdgas-Standardkessel gegen eine Erdgas-Brennwertheizung, haben sich die Investitionen nach weniger als fünf Jahren amortisiert.
    • Bestes Verhältnis von Investition und CO2-Reduktion: Erdgas-Brennwertanlagen weisen die beste Relation von Investitionskosten und CO2-Einsparung auf. Mit durchschnittlich 0,94 Euro pro eingespartem Kilogramm Kohlendioxid und Jahr sind die CO2-Minderungskosten extrem niedrig. Günstiger kann man CO2 nicht einsparen. Auch in Kombination mit Solarthermie liegen die Kosten von 1,33 Euro noch weit unter dem Durchschnitt von 1,60 Euro.
  • Die Ergebnisse der vorliegenden Studie sind eine wichtige Berechnungsgrundlage für Verbraucher, Berater sowie Entscheider in Politik und Wirtschaft. Sie sind nicht nur eine Hilfestellung für individuelle Investitionen, sondern geben auch bei der Ausgestaltung von politischen Rahmenbedingungen eine klare Richtung vor.
  • Der Austausch veralteter Heizsysteme gegen moderne Erdgas-Brennwerttechnik ermöglicht enorme CO2-Einsparungen, insbesondere bei Bestandsimmobilien.
  • Bis 2020 sind rund zehn Millionen Heizgeräte modernisierungsbedürftig. Bei einem Großteil der betroffenen Immobilien lassen sich die Wärmesysteme aufgrund von baulichen Einschränkungen und vorhandenen Wärmeverteilsystemen nur bedingt oder gar nicht wirtschaftlich mit erneuerbaren Energien betreiben.
  • Würden alle zehn Millionen Heizanlagen durch modernste Wärmesysteme, insbesondere mit Erdgas, ausgetauscht werden, ließen sich gleichwohl rund 85 Millionen Tonnen CO2 einsparen – damit würde Deutschlands Klimaziel 2020 zu 100 Prozent erreicht.
  • Dieser Tatsache trägt die derzeitige Klimapolitik allerdings nicht angemessen Rechnung. Die Politik kann nicht nur den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent weiterverfolgen, sie muss auch eine Neubewertung von Erdgas als klimaschonenden Energieträger vornehmen und Fördermaßnahmen in Bezug auf die eingesetzte Energie und Technologie offen gestalten.
  • Entscheidend ist insbesondere eine Verdopplung des Modernisierungstempos. Um dies zu erreichen, müssen die Investitionsanreize verdoppelt werden, wie es beispielsweise im Saarland und in Sachsen der Fall ist.
  • Fazit: Die Verdopplung der Fördergelder führt einerseits zu einer Verdopplung der energetischen Sanierung. Andererseits trägt sie dazu bei, das nationale Klimaziel zu erreichen und den Innovationsstandort Deutschland zu stärken.

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