Erdgas – grüne Energie
Bislang werden fossile Energieträger nicht mit Klimaschutz in Verbindung gebracht. Zu Unrecht: Brennstoff ist nicht gleich Brennstoff. So kann Erdgas deutlich zur Kohlendioxid-Reduktion beitragen: Es ist von Natur aus schadstoffarm und produziert im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern deutlich weniger CO2-Emissionen. Ein weiteres Argument, das vor allem in Ballungsgebieten zählt: Erdgas produziert so gut wie keinen Feinstaub und belastet damit nicht zusätzlich die Luft.

Grafik „Vergleich CO2-Emissionsfaktoren“
Von allen fossilen Brennstoffen hat Erdgas den niedrigsten CO2-Emissionsfaktor. Das heißt: Bezogen auf den gleichen Energieeinsatz entsteht bei der Verbrennung von Erdgas weniger Kohlendioxid (CO2). Das liegt an der chemischen Zusammensetzung. Bei Erdgas ist der Wasserstoffanteil vergleichsweise hoch und der Kohlenstoffanteil entsprechend niedrig.
Weniger CO2 dank Erdgas
Einer aktuellen Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik zufolge ließen sich durch den gezielten Einsatz von Erdgas als Brennstoff pro Jahr bis zu 191 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermeiden. Vor allem im Wärmemarkt liegt großes Einsparpotenzial. Wenn Haushalte ihre Heizanlagen konsequent auf Erdgas umstellten, würde sich der CO2-Ausstoß von Gebäuden um etwa 32 Prozent reduzieren, wie der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) in einer Analyse berechnete. Jeder einzelne Haushalt könnte so jährlich bis zu vier Tonnen CO2 einsparen.
Clever kombiniert
Mit moderner Brennwerttechnik entfaltet Erdgas seine Vorteile am besten. Sie lässt sich sowohl mit Solarthermie zur Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung als auch mit Bioerdgas koppeln. Damit sind Immobilienbesitzer schon heute in der Lage, einen Teil des Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien abzudecken.

Grafik „Aus Biogas wird Bioerdgas"
Aus Biogas wird Erdgas: Nachwachsende Rohstoffe wie Mais (1 und 2, vergären zu Biogas (3). Durch spezielle Verfahren (4) wird dieses zu Bioerdgas – einem Gemisch aus Methan und Kohlendioxid – aufbereitet. Bei der späteren Verbrennung des Gases entsteht nur noch so viel Kohlendioxid, wie die Pflanzen während des Wachstums der Umwelt entzogen haben. Die CO2-Bilanz ist demnach ausgeglichen.
Erdgas als Brennstoff der Zukunft
Heute ist der Einsatz regenerativer Energien wie Biomasse, Wasser oder Sonnenkraft noch sehr begrenzt. Derzeit bezieht Deutschland nur 6,6 Prozent seiner Wärme aus erneuerbaren Quellen, so die Deutsche Energie-Agentur (dena). Ihr Anteil muss nach dem Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) bis 2020 auf 14 Prozent gesteigert werden. Bis fossile Brennstoffe vollständig ersetzt werden können, wird es also noch viele Jahrzehnte dauern.
Weiterführende Links
Studien zum Thema
- „Mehr Erdgas für den Klimaschutz? Chancen und Risiken einer erweiterten Gasstrategie für die europäische Energieversorgung.“ Eine Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik , 2008
- „Verdopplung des Modernisierungstempos bis 2020.“ Evaluierung der Energie- und CO2-Einsparung im Auftrag des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH), 2007

Die IEU führt regelmäßige Studien rund um das Thema „energetische Modernisierung“ durch. Hier finden Sie mehr Informationen zu der aktuellen Studie, dem Modernisierungskompass 2012 und weiteren Studien der IEU.
Die IEU-Fördermitteldatenbank bietet Ihnen eine Übersicht über nationale und regionale Programme.
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